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Vom Winde verweht

Überall hat der Wind einen anderen Namen, aber überall wo wir sind ist er auch. In Nordspanien heißt er Tramuntana, weil er von den Bergen kommt und die Küste belästigt, kalt und böig. In Südfrankreich ist er der Mistral, genauso nervig, kalt und böig... er soll schon Menschen in den Wahnsinn getrieben haben. Kann ich verstehen. Wenn der wochenlang bläst, ist das sicher schwer auszuhalten. Im Zelt ist es ganz besonders nervig, weil es ständig flattert und klappert, da kann man ohne Ohrenstöpsel gar nicht schlafen.

Immerhin haben wir jetzt am Beispiel von Beaumes-de-Venise gelernt, warum in der Provence so gebaut wird, wie es wird. Alle Häuser sehr eng beieinander hinter hohen Mauern, um vor dem Wind geschützt zu sein, und die Kirchtürme an der Spitze nur Eisenkonstruktionen. Die bieten dem Wind weniger Angriffsfläche.

Am Montag war es gar nicht so einfach, ein Geburtstagsessen für Nils zu finden, Montags hat nämlich irgendwie alles zu. Sonntags auch schon, aber das war uns egal. Das einzige Restaurant im Ort, das offen hatte, war aber zum Glück auch richtig gut. Haben uns das 3-Gänge-Menü gegönnt, mit einem echt leckeren Salat, provençalisch gewürztem Steak und einer herrlichen Crème brûlée.

Davor hatten wir schon einen Spaziergang zum Rocalinaud gemacht, einem Felsen, der einfach so aus der Landschaft ragt und mich naturgemäß anzieht. Wo Felsen sind muss ich hoch, auch wenn wir nicht zum Klettern da waren. War aber auch nicht nötig, da führt ein gangbarer Pfad hinauf, wo wir uns dann oben wieder dem Wind entgegenstemmen mussten.

Es ist zwar eigentlich schon sehr schön in der Provence, aber da ich mittlerweile auch richtig erkältet bin und uns der ständige kalte Wind mega auf die Nerven geht, haben wir jetzt dann doch aufgegeben und sind drei Tage früher als geplant heimgefahren.

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